Gitarrensaiten | Seite 59
Gitarrensaiten beeinflussen den Klang, den Spielkomfort und die Stimmstabilität. Achte bei der Auswahl vor allem auf Gitarrentyp, Material, Saitenstärke und Stimmung – nicht nur auf den Namen des Satzes. E-Gitarre, Akustikgitarre und Konzertgitarre benötigen unterschiedliche Saiten, die sich nicht beliebig austauschen lassen. Ein gut gewählter Satz sollte außerdem zu deiner Spieltechnik und Erfahrung passen.
Wähle die Saiten zuerst nach dem Gitarrentyp
| Instrument | Worauf du achten solltest |
|---|---|
| E-Gitarre | Dünnere Sätze lassen sich leichter benden und fühlen sich weicher an. Dickere Saiten bieten mehr Widerstand und halten bei tieferen Stimmungen besser ihre Spannung. |
| Akustikgitarre | Das Material der Wicklung verändert die Klangfarbe; wichtig ist auch eine Stärke, mit der Instrument und Spieler bequem zurechtkommen. |
| Konzertgitarre | Sie verwendet Nylonsaiten mit passender Spannung und Befestigung. Stahlsaiten gehören nicht auf eine Konzertgitarre, da deren Konstruktion in der Regel nicht dafür ausgelegt ist. |
Material, Stärke und Spielgefühl
Saiten für E-Gitarren haben meist einen Stahlkern und eine Wicklung mit Nickel- oder Stahlanteil. Akustiksätze verwenden überwiegend Bronzelegierungen, während eine Konzertgitarre Diskantsaiten aus Nylon und umsponnene Basssaiten benötigt. Wähle das Material deshalb immer zusammen mit dem Instrumententyp aus.
Die Angaben .009, .010, .011 oder .012 bezeichnen den Durchmesser der dünnsten Saite in Zoll. Eine niedrigere Zahl bedeutet meist ein weicheres Spielgefühl und leichteres Bending, eine höhere Zahl mehr Widerstand. Vergleiche diese Angaben nur zwischen Sätzen für denselben Instrumententyp; bei Nylonsaiten orientierst du dich eher an niedriger, normaler oder hoher Spannung.
Stimmung und Aufbau des Satzes
Für die Standardstimmung ist die bisher verwendete Saitenstärke ein sinnvoller Ausgangspunkt. Bei tieferen Stimmungen kann ein dickerer Satz ein zu lockeres Saitengefühl verringern, eine deutliche Änderung kann jedoch Anpassungen an Sattelkerben, Intonation und Hals erfordern. Prüfe auch die Saitenzahl: Sechs-, sieben- und zwölfsaitige Gitarren verwenden unterschiedliche Sätze.
Übliche Roundwound-Saiten besitzen eine stärker fühlbare Wicklung. Flatwound-Gitarrensaiten haben eine glattere Oberfläche und einen gedämpfteren Charakter; sie eignen sich daher für Spieler, die weniger Geräusche beim Verschieben der Finger wünschen. Prüfe beim Wechsel auch die Mensur des Instruments und das Saitenende – Kugelkopf oder Befestigung am Steg.
Was passt zu Einsteigern und erfahrenen Spielern?
Einsteigern hilft meist ein Satz mit angenehmem Widerstand, auf dem sie ohne unnötige Belastung der Hand üben können. Erfahrene Spieler können genauer nach Technik, Stimmung und gewünschtem Klang auswählen. Den universell besten Satz gibt es nicht: Ändere jeweils nur einen Parameter, damit du seine Wirkung beurteilen kannst.
Den ganzen Satz oder nur eine Saite wechseln?
Klingen die Saiten stumpf, lassen sie sich schlecht nachstimmen, korrodieren sie oder fühlen sie sich uneinheitlich an, wechsle den ganzen Satz. Eine einzelne Saite ist praktisch, wenn in einem noch relativ neuen Satz plötzlich eine Saite reißt; Material und Stärke müssen jedoch passen. Eine Saitenkurbel beschleunigt den Wechsel. Dehne neue Saiten nach dem Aufziehen vorsichtig und stimme die Gitarre mehrmals nach.
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