Headless Gitarren
Eine Headless-Gitarre besitzt keine klassische Kopfplatte; die Stimmmechanik ist meist Teil der Brücke. Durch die kürzere Gesamtlänge lässt sie sich leichter transportieren und braucht beim Spielen weniger Platz. Die Bauweise allein garantiert jedoch weder ein niedriges Gewicht noch eine perfekte Balance. Achte bei der Auswahl deshalb auf die Position der Gurtpins, die Korpusform, die Mensur und die Art der Saitenbefestigung. Auch die Kompatibilität mit Koffer, Ständer und Ersatzteilen des jeweiligen Systems ist wichtig.
Was die Headless-Bauweise bietet
Ohne Kopfplatte wandert die Stimmmechanik zur Brücke, und das Instrument wird kürzer, ohne dass sich die Mensur ändern muss. Das ist auf Reisen, bei wenig Platz oder beim Aufnehmen zu Hause praktisch. Weniger Gewicht am Halsende kann verhindern, dass der Hals nach unten zieht. Die tatsächliche Balance hängt aber weiterhin vom gesamten Korpus, den Metallteilen und der Position des Gurts ab.
Stimmelemente an der Brücke sind besser vor unbeabsichtigten Stößen gegen Ständer oder Wand geschützt. Eine fehlende Kopfplatte allein sorgt jedoch nicht für Stimmstabilität. Entscheidend sind die Präzision der Hardware, die Saitenbefestigung, Sattel oder Klemmung, korrekt eingesetzte Saiten und die Einstellung des Instruments.
Saiten, Mensur und Saitenzahl prüfen
Einige Headless-Systeme verwenden normale Saiten, die in einer Klemme befestigt werden. Andere benötigen Double-Ball-Saiten mit Kugel an beiden Enden. Prüfe vor dem Kauf, welches System das gewählte Instrument nutzt und ob du für den Saitenwechsel einen bestimmten Saitentyp oder Werkzeug brauchst. Da sich der Ablauf je nach Konstruktion unterscheidet, hat die Anleitung des Herstellers Vorrang vor allgemeinen Hinweisen.
Wähle Saitenzahl und Mensur nach deinem Repertoire, nicht nach der Form der Gitarre. Ein sechssaitiges Modell deckt übliche Stimmungen ab, sieben- und achtsaitige Varianten erweitern das tiefe Register. Eine Baritonmensur unterstützt tiefere Stimmungen; eine Multiscale-Konstruktion verbindet eine längere Bass- mit einer kürzeren Diskantseite. In beiden Fällen benötigt die Greifhand eine andere Reichweite als bei einer kürzeren Mensur.
Headless- oder klassische Gitarre?
| Bereich | Headless-Gitarre | Klassische Bauweise |
|---|---|---|
| Abmessungen | Kürzere Gesamtlänge bei gleicher Mensur | Die Kopfplatte verlängert das Instrument |
| Balance | Weniger Gewicht am Halsende; das Ergebnis hängt von Korpus und Gurt ab | Kopfplatten- und Korpusform sowie Gurtpins beeinflussen die Balance |
| Stimmen | Die Stimmmechanik sitzt meist an der Brücke | Die Mechaniken befinden sich in der Regel an der Kopfplatte |
| Saitenwechsel | Der Ablauf hängt von Klemmung und Saitentyp ab | Übliche Mechaniken sind den meisten Spielern und Werkstätten vertraut |
| Service und Teile | Ein Austausch kann ein Teil für das konkrete System erfordern | Die Konstruktion verwendet häufiger verbreitete Mechaniktypen |
| Transport | Kompakteres Format, ein passender Koffer ist nötig | Größere Auswahl üblicher Gitarrenkoffer und Ständer |
Koffer, Gurt und Zubehör
Ein kürzeres Instrument kann in einem klassischen Gitarrenkoffer verrutschen. Vergleiche Innenmaße, Halsauflage und Polsterung; bei Flugreisen gelten zusätzlich die Bedingungen der Fluggesellschaft und die Maße des konkreten Koffers. Prüfe auch Ständer oder Wandhalter, denn ein Instrument ohne Kopfplatte lässt sich nicht immer wie eine normale Gitarre einhängen.
Beim Spielen im Stehen bestimmen die Position der Gurtpins und die Form der hinteren Korpuskante den Komfort. Spielst du häufig im Sitzen, achte auf die Auflage am Oberschenkel und darauf, ob die gewohnte Haltung möglich ist. Kläre vor der Auswahl Hauptstimmung, Saitenzahl und Transportart; erst danach vergleichst du Tonabnehmer, Bedienung und Optik.
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