Teile der Gitarre – Leitfaden für Anfänger
Steg, Bund, Sattel, Tonabnehmer – diese Wörter liest du in jeder Gitarrenanleitung, aber niemand hat sie dir richtig erklärt. Klarer Leitfaden zu den Gitarrenteilen.
Kopf (Headstock) und Mechaniken
Ganz oben an der Gitarre befindet sich der Kopf (Headstock) – und darauf sind die Mechaniken (Stimmwirbel) montiert. Durch Drehen der Mechaniken spannst oder entspannst du die Saiten und veränderst damit deren Tonhöhe.Bessere Mechaniken mit geschlossenem Gehäuse (z. B. von Grover oder Gotoh) halten die Stimmung viel länger als billige offene Mechaniken. Wenn deine Gitarre die Stimmung nicht hält, sind oft die Mechaniken schuld.

Sattel (Nut) – kleines Teil mit großem Einfluss
Der Sattel (Nut) ist eine kleine Leiste am unteren Ende des Kopfes – dort, wo Hals und Kopf aufeinandertreffen. Die Saiten laufen durch seine Kerben; der Sattel bestimmt deren Abstände und die Saitenlage über dem Griffbrett.Warum ist das wichtig? Wenn der Sattel zu hoch ist, sind die ersten Bünde schwerer zu greifen – Anfänger haben mehr Schmerzen in den Fingern und das Spielen ist frustrierend. Das Material – Kunststoff, Knochen, Ebenholz oder synthetischer Knochen (TUSQ) – beeinflusst auch den Klang und die Stimmstabilität.
MUZIKERTIP: Wenn deine neue Gitarre an den ersten Bünden sehr harte Saiten hat, lass den Sattel lieber von einem Gitarrentechniker prüfen – die Reparatur kostet nur wenige Euro.
Hals, Griffbrett und Bünde – hier passiert alles
Der Hals ist eine lange Leiste, die vom Korpus der Gitarre bis zum Kopf reicht. Das Griffbrett (Fretboard) ist die Oberfläche des Halses, auf die du deine Finger drückst. In das Griffbrett sind Metallstreifen eingelassen – das sind die Bünde (Frets).Das Material des Griffbretts beeinflusst Spielgefühl und Klang: Rosewood (Palisander) klingt wärmer, Maple (Ahorn) heller und schärfer. Für Anfänger spielt das aber kaum eine Rolle – wichtiger ist der Spielkomfort.

Bundnummerierung und Positionen auf dem Griffbrett
Die Bünde werden vom Sattel Richtung Korpus gezählt: der erste Bund ist am nächsten am Kopf. Wenn du in einem Tutorial liest „spiel einen Ton im 3. Bund", drückst du deinen Finger in den Raum zwischen dem 2. und 3. Metallstreifen – nicht auf den Metallstreifen selbst.Je höher der Bund (je weiter vom Kopf entfernt), desto höher der Ton. Die meisten Akustikgitarren haben 20–21 Bünde, E-Gitarren typischerweise 21–24.
Korpus und Steg (Bridge)
Der Korpus ist der größte Teil der Gitarre. Bei der Akustikgitarre ist er hohl – er fungiert als Resonanzkörper und verstärkt den Klang der Saiten natürlich. Bei der E-Gitarre ist er in der Regel aus massivem Holz.Der Steg (Bridge)ist ein Metall- oder Kunststoffteil am Korpus, wo die Saiten am unteren Ende verankert sind. Es gibt drei Grundtypen:
- Fester Steg (Hardtail) – einfach, zuverlässig, hält die Stimmung gut. Ideal für Anfänger.
- Vibrato / Tremolo – Hebel, mit dem du die Tonhöhe beim Spielen verändern kannst. Erfordert Gewöhnung an die Stimmstabilität.
- Verriegelbarer Steg (Floyd Rose) – für extreme Hebelausschläge, komplexe Konstruktion, für Fortgeschrittene.

Tonabnehmer – nur für die E-Gitarre
Tonabnehmer (Pickups) sind elektromagnetische Spulen unter den Saiten der E-Gitarre. Sie erfassen die Schwingungen der Metallsaiten und wandeln sie in ein elektrisches Signal um.Es gibt zwei Haupttypen:
- Single Coil (z. B. Fender Stratocaster, Telecaster) – klarer, sauberer Klang mit ausgeprägtem Twang. Etwas anfälliger für Brummen.
- Humbucker (z. B. Gibson Les Paul, SG) – vollerer, wärmerer, kräftigerer Klang. Unterdrückt das Brummen. Typisch für Rock und Metal.

Jetzt, wo du weißt, was was ist
Du kennst jetzt jeden Teil deiner Gitarre – das ist eine solide Grundlage. Wenn du dein erstes Instrument auswählst, weißt du, worauf du achten und was du fragen solltest. Schau dir E-Gitarren, Akustikgitarren oder Konzertgitarren an und wähle bewusst.Und wenn du für deine ersten Akkorde bereit bist, führt dich unser Leitfaden Gitarre lernen für Anfänger Schritt für Schritt.